Lüftung?
Der Mensch atmet, kocht, duscht und wäscht die Wäsche. So reichert sich die Raumluft mit Feuchtigkeit an. Die Luft kann je nach Temperatur unterschiedlich viel Wasser aufnehmen.
Im Sommer bei 30°C und 60% relative Feuchte enthält 1m³ Luft etwa 18g Wasser.
Im Winter bei -2°C und 95% relative Luftfeuchte enthält 1m³ Luft nur knapp 4g Wasser, obwohl sie als nass-kalt empfunden wird.
Im Winter ist Lüften also ein wirksames Mittel, um die Raumluftfeuchte zu reduzieren. Sinnvoll ist ein schneller Austausch des Luftvolumens, ohne die Oberflächen des Raumes dabei auszukühlen. D.h. für etwa 3-4 Minuten ein Fenster weit öffnen und danach wieder schließen (das sogenannte Stoßlüften). Je nach Raumnutzung und Raumbelegung sind unterschiedliche Intervalle erforderlich. Hilfreich ist hier ein sogenanntes Thermo-Hygrometer (bei einem großen bekannten Bücher-Versandhandel gibt es geeignete Geräte ab 12,- Euro). Erhöht sich die Raumluftfeuchte über einen angestrebten Wert (siehe unten), ist eine Lüftung sinnvoll.
Lüftung im Neubau
Da hier die Oberflächentemperaturen auf Grund des Dämmniveaus relativ hoch sind, kann auch die Luftfeuchte etwas höher gehalten werden als in einem Altbau. Je nach Bausubstanz sind hier Luftfeuchtewerte bis 60% relative Feuchte möglich.
Da die Fenster im Neubau meist extrem dicht verbaut werden, um Heizenergie zu sparen, sind diese Werte allerdings oft schnell erreicht. Hilfreich kann es sein, in den Räumen, die am meisten genutzt werden (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer), eine dezentrale Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung einzubauen oder sich für eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zu entscheiden.
Lüftung im Altbau
Im Altbau liegen die Oberflächentemperaturen gerade in den Raumecken und -kanten im Vergleich zu einem Neubau oder sanierten Altbau niedrig. Die warme feuchte Luft aus der Raummitte kühlt sich an den Außenwänden ab, die relative Feuchte der Luft steigt an. Ab etwa 80% relative Feuchte an der Wandoberfläche ist Schimmelbildung möglich.
Je nach Bausubstanz kommt es bereits ab etwa 45% relative Feuchte in den Räumen zu kritischen Werten in den Raumecken und damit zu Schimmelbildung.
Werden in Altbauten Fenster ausgetauscht ohne gleichzeitig die Fassadenflächen zu dämmen, sind Feuchte und Schimmelschäden nahezu sicher. Neue Fenster müssen dicht eingebaut werden, der vorher vorhandene Luftwechsel wird stark eingeschränkt, die Feuchte kann durch manuelles Lüften kaum mehr auf die eigentlich erforderlichen Werte von z.B. 45% gebracht werden.

